Zehn Tage werden noch bis zu meiner Abreise vergehen. Eine kurze Zeitspanne, doch noch ist einiges zu tun.
Heute habe ich mir von meiner Bank ein wenig neuseeländische Währung besorgt. Zwar ist Neuseeland ein Land in dem normalerweise fast alles per Kreditkarte geregelt wird, dennoch ist es wohl nicht verkehrt auch Bargeld in der Tasche zu haben. Neuseeland-Dollar hatte meine Bank nicht vorrätig, eine kleine Nachfrage genügte allerdings und zwei Tage später konnte ich die Scheine auf der Bank abholen. Ganze 297 Euro habe ich in 530NZ$ wechseln lassen. Ich denke/hoffe, dass dies für den Anfang reichen wird. Da ich ja eine Kreditkarte dabeihabe, bin ich in finanzieller Hinsicht außerdem recht gut abgesichert.
Die neuseeländischen Dollar, auch "Kiwi-Dollar" genannt, machen auf den ersten Blick einen sehr farbenfrohen Eindruck. Auf den Vorderseiten der Scheine befinden sich wichtige neuseeländische Persönlichkeiten - was für Geldscheine ja nicht Außergewöhnliches darstellt. Die Rückseiten der Scheine fallen durch Vogelzeichnugen auf. Auch auffallend ist der erste Eindruck, sobald man die Scheine in die Hand nimmt. Man könnte fast meinen, man hielte eine gewöhnliche Einkaufstüte in der Hand welche zugeschnitten und bemahlt wurde! Und richtig!, wie ein Blick in das Hirn des Internets (Wikipedia) zeigt, bestehen die Scheine aus Kunststoff - Polypropylen um genau zu sein.
Auch erwähnenswert ist die Tatsache, dass in Neuseeland die 1, 2 und 5 Cent Stücke abgeschafft wurden. Lästiges Kleingeld gehört damit in Neuseeland hoffentlich nicht zum Alltag!
Freitag, 30. Mai 2008
Kiwi-Dollar
Montag, 19. Mai 2008
Abheben
Ja, so langsam kann ich mir Gedanken über die Abreise machen. Es dauert nicht mehr lange, dann lebe ich in Neuseeland - 21 Tage um genau zu sein.
Am Wochenende habe ich mir nochmal etwas gegönnt, was ich schon lange einmal machen wollte. Ich bin Hubschrauber geflogen. Und dabei meine ich keinen Rundflug, sondern ich habe den Vogel tatsächlich selbst gesteuert! "Schnupperkurs" nennt sich der ganze Spaß und ist in Egelsbach bei dem Unternehmen "Helitransair" zu haben. Für einen 30 Minuten langen Flug zahlt man auf einem zweisitzigen Helikopter 362 Euro - und die 30 Minuten sind viel zu schnell um. :-)
Am Samstag morgens um 6.00 Uhr ging es von Göttingen aus auf die Reise. Per ICE ganz schnell nach Fulda und dort in die Regionalbahn umsteigen. Dann weiter bis nach Frankfurt am Main. Dort dann schließlich per S-Bahn nach Egelsbach. Um ca. 9.00 Uhr stehe ich dann also vor dem Firmengebäude. Der erste Eindruck ist gleich sehr positiv. Die Mitarbeiter, allesamt sehr freundlich, beantworten mir Fragen während ich mir die Halle mitsamt den Hubschraubern anschaue. Um 10.00 Uhr gehts es dann schließlich los mit einer theoretischen Einweisung in die Welt des Helikopter fliegens. Neben mir nehmen noch ca. 12 andere Teilnehmer an diesem Tag am Schnupperkurs teil. Nach ca. 90 Minuten Theorie geht es dann los mit der Praxis. Nacheinander kommen alle Teilnehmer an die Reihe und dürfen am Steuerknüppel des Helis Platz nehmen. Ich stehe als Letzter auf der Liste. Um ca. 15.00 Uhr komme ich dann schließlich an die Reihe. Nervosität spüre ich nicht, eher Spannung und Vorfreude. Ich bin gespannt den Heli endlich selbst steuern zu dürfen und frage mich wie er reagieren wird.
Dann geht es los. Neben mir sitzt mein Fluglehrer, der uns beiden die nächsten 30 Minuten ständig das Leben retten wird, denn Hubschrauber fliegen ist kompliziert! Ein paar Handgriffe meines Fluglehrers und wir schweben in der Luft. Noch ein Funkspruch, dann geht es über die Flugbahn zu der Grasbahn, die als Trainingsfeld dient. Hier lerne ich die einzelnen Steuereinheiten des Helis kennen. Zuerst darf ich den Heckrotor übernehmen,der Fluglehrer kümmert sich um den Rest. Dann folgt der Pitch und schließlich auch der Stick für die zyklische Blattverstellung. Mittlerweile ist mir schon längst aufgefallen, dass das kompliziert ist - zumindest am Anfang. Nach ein paar Proberunden geht es dann höher. Wir steigen und fliegen entlang von Telegraphenleitungen, um Felder und Waldlichtungen herum und wieder zurück. Ein bisschen habe ich mich mittlerweile schon an das Gerät gewöhnt und ich fliege eine ganze Weile ohne dass mein Fluglehrer eingreifen muss. Doch dann lässt mich mein Fluglehrer den Helikopter in der Schwebe halten und muss auch prompt eingreifen. Erst nach ca. 15 Flugstunden beherrscht man das Manöver - meine ich mich zu erinnern... Mein Fluglehrer ist trotzdem erstaunt und meint ich hätte Talent. Ich sehe das genauso, doch schon sind die 30 Minuten um und wir landen wieder, stellen die Maschine ab und steigen aus. Mittlerweile sind alle anderen Teilnehmer schon lange weg und ich habe Zeit mit den einigen Mitarbeitern zu sprechen und jede Menge Fragen zu stellen. Resultat des ganzen ist: Helikopterpilot ist ein wunderbarer Beruf! Leider braucht man einiges an nötigem Kleingeld um die Ausbildung zu finanzieren. Man kann erstmal so von 100.000 Euro ausgehen. :-(
Abends um ca. 20.00 Uhr geht es dann wieder zurück nach Goslar. Ich habe viel erlebt an diesem Samstag und möchte unbedingt Helikopterpilot werden! Der ganze Eindruck den ich bekommen habe ist genau das, was ich mir als Traumjob vorstelle. Allesamt hochmotivierte Leute die da arbeiten, Abwechslung und Herausforderung gibt es jeden Tag gratis...
Wenn ich in Neuseeland nichts besseres finde und meinen Entschluss ändere, dann werde ich Helikopterpilot!

Donnerstag, 15. Mai 2008
Jacke und Schuhe...

...habe ich mir für Neuseeland neu besorgt. Da ich evtl. auch mal auf Wandertouren gehen werde, wollte ich mit der Ausüstung auf der sicheren Seite sein. Es musste also eine wasser- und winddichte jacke her. Ausserdem auch die passenden Wanderschuhe. Letztendlich ist meine Wahl bei der Jacke auf die "Elements Nano-Tex Men" gefallen. Diese Jack von JackWolfskin ist speziell für Trekkingtouren gedacht und wird mit asoluter Wasser- und Winddichtigkeit, sowie hoher Atmungsaktivität beworben. Ich denke diese Eingenschaften können auf einer Wanderung nie schaden!
Über das Internet bestellt kam die Jacke ein paar Tage später an. Einen ersten Test hat die Jacke auch schon bestanden, Regen perlt wie beschrieben einfach an der Jacke ab - gefällt mir echt ganz gut! Passende zu der Jacke habe ich mir gleich einen Fleecepullover dazu bestellt. Dieser Pullover kann mittels eines speziellen Reißverschlusssystems in die Jacke hineingeknüpft werden, sodass die Jacke auch an kälteren Tagen ihren Dienst erledigt. Diese variable Lösung gefällt mir sehr gut, das ich als Backpacker ja auch ein wenig auf das Gewicht achten muss.
Bei den Schuhen habe ich mich schlußendlich für den Hanwag "Arrow XCR Men" Halbschuh ist ein Wanderschuh und durch integrierte Goretexmembran zudem wasserdicht. Vorraussichtlich werde ich nur diesen Schuh nach Neuseeland mitnehmen und dann erst in Neuseeland noch leichtes, sommerliches Schuhwerk kaufen. Die Schuhe werden bei der Einreise nach Neuseeland kontrolliert bzw. müssen desinfiziert werden. Ich hatte noch nicht die Gelegenheit die Schuhe auf Wasserdichtigkeit zu testen, aber das wird sich in Neuseeland herausstellen. ;-)
Freitag, 18. April 2008
Des Backpackers Rückgrat
Was macht eigentlich einen Backpacker zum Backpacker? Richtig! - Es ist der Rucksack auf dem Rücken. Ohne Rucksack ist ein Backpacker also nicht mehr ein solcher, weshalb auch kein Backpacker auf seinen Namensgeber verzichten darf!^^
Während meiner Reise werde ich voraussichtlich nur das mitnehmen, was in meinen Rucksack passt (für den Flug bin ich ausserdem auf 20 Kilo limitiert). Um jedoch nicht auf alles verzichten zu müssen, habe ich mir einen recht geräumigen Trekkingrucksack gekauft. Der Rucksack ist ein Modell von Deuter und nennt sich "Aircontact pro 60+15". Bereits bei meinen Recherchen im Internet blieb ich bei diesem Modell hängen. Als ich dann jedoch noch die Möglichkeit hatte den Rucksack "live" zu sehen, war mir klar, dass dies mein Reiseutensil nummer eins sein wird.
Ich bestellte also den Rucksack über Ebay und es gelang mir den Händler noch um knapp 20,00 Euro im Preis zu drücken. Für 200,00 Euro wechselte der Rucksack in meinen Besitz. Ich denke dieses Geld ist gut angelegt, denn hier passt meiner Meinung nach alles zusammen. Verarbeitung, Design, Qualität, Materialien usw. erscheinen mir bei diesem Rucksack absolut top! Der Härtetest wird allerdings erst noch kommen. ;)
Sonntag, 6. April 2008
Reisepass, Kreditkarte und Visum...
Der Entschluss stand also fest: 1 Jahr nach Neuseeland mit der Organisation "travel&work"
Alles begann mit der Anmeldung bei der Organisation. Der Prozess ist denkbar einfach. Man sucht sich einfach auf der Webseite Das gewünschte Land und die gewünschte Flugroute (Datum und Ort) aus und meldet sich per Internet an. Nun ist man schonmal vorgemerkt.
In den nächsten Tagen erhält man dann per Post die ersten Unterlagen. Hier muss nun ein weiteres Formular ausgefüllt und entweder per Fax oder als Brief an die Organisation zurückgesendet werden. Die ersten Rechnungen erhält man auch schon und muss zumindest eine Anzahlung von 10% direkt überweisen. Der restlicher Betrag kann dann später überwiesen werden.
Nun beginnt die eigentliche "Arbeit". Mit den Unterlagen, kann man sich schonmal ein wenig einlesen und man bekommt nützliche Tips und Infos zur weiteren Vorgehensweise. Ganz oben auf der Liste steht das Beantragen des Visums.
Ohne das Visum läuft im Grunde garnichts! Das Visum um das es sich hier handelt ist ein sogenanntes "working holiday visum". Dieses Visum berechtigt mich, mich ab dem Einreisedatum ein Jahr lang in Neuseeland aufzuhalten und, ganz wichtig!!!, dabei auch Jobs anzunehmen. Als normaler Tourist darf man nicht arbeiten. Das Visum bekommt man nur bis zu einem Alter von maximal 30 Jahren ausgestellt und auch nur einmal im Leben.
Auch die Beantragung des Visums ist eigentlich ganz einfach. Allerdings braucht man zuerst einige Dinge um mit der Beantragung beginnen zu können.
Dies sind ist zum einen ein gültiger Reisepass und zum anderen eine Kreditkarte um das Visum zu bezahlen. Das Visum kann leider NUR per Kreditkarte bezahlt werden. Vor der Beantragung des Visums bin ich daher zu meiner Bank gegangen und habe mir eine Visacard geholt. Die Kreditkarte ist in Neuseeland als Zahlungsmittel äußerst verbreitet, daher lohnt sich eine Visa- oder Mastercard nicht nur zum bezahlen des Visums, sondern erleichtert auch später das Leben in Neuseeland sehr.
Nun noch der Reisepass. Dieser erfordert mittlerweile ein biometrisches Foto und auch Fingerabdrücke werden in diesem gespeichert. Ich habe mir den Reisepass also beantragt und nach ca. 3 Wochen war er fertig. Eine Expressbestellung wäre auch möglich gewesen, hätte allerdings einen Batzen mehr Geld gekostet. Da ich Zeit hatte, hab ich darauf verzichtet.
Mit Reisepass und Kreditkarte ausgerüstet habe ich mich dann an die Beantragung des Visums gemacht. Das ist ganz einfach und ist nur per Internet möglich. Man meldet sich bei der neuseeländischen Seite www.immigration.govt.nz an und füllt dort einen umfassenden Fragebogen zur eigenen Person aus. Hilfestellung hierzu ist in den Unterlagen enthalten. Wenn alles ausgefüllt ist, muss noch eine Gebühr (ca. 65 Euro) bezahlt werden.
Nach ca. 2 Tagen kam bei mir eine E-Mail reingeflattert, dass mein Visum genehmigt sei. Hier ist die Besonderheit, dass man das Visum erstmal noch garnicht bekommt, sondern es muss eine Seite ausgedruckt werden. Erst bei der Einreise nach Neuseeland wird das Visum gegen vorlage der ausgedruckten Seite ausgehändigt und ist ab diesem Zeitpunkt für 1 Jahr gültig.
Die erste Hürde ist hiermit genommen....
Sonntag, 9. März 2008
Rückblick - wie alles begann...
Es ist Sommer 2006. Ganz langsam rücken die Gedanken an das bevorstehende Abitur immer näher. Es ist mir schon klar, dass ich nach der Schule für 9 Monate den Zivildienst ableisten werde, was danach kommt ist allerdings noch ungewiss.
In dieser Zeit wurde ich auch zum ersten mal mit der Idee des travel&works Programms konfrontiert. Ein Freund erzählte bei einem Grillabend von seinen Plänen, dass er nach dem Zivildienst für ein Jahr als "Travelworker" ins Ausland gehen werde. Auch ich hatte zuvor schon einmal daran gedacht nach der Schule ins Ausland zu gehen, doch dieses Vorhaben schnell wieder verworfen. Bei den Erzählungen meines Freundes wurde mir allerdings sehr schnell klar, dass es ein risieger Spaß und auch Vorteil wäre eine Auslandserfahrung zu machen. Da ich ja eh noch nicht wusste, was ich nach dem Zivildienst machen möchte, fastte ich kurzer Hand den Entschluss mich zumindest näher zu dem "travel&work" Programm zu informieren. "Was mein Freund kann, das kann ich doch auch", dachte ich mir.
Ich informierte mich also über das "travel&works" Programm im Internet und begann unterschiedliche Szenarien durchzuspielen. Immer wieder ging ich die ganze Sache durch und stellte fest, dass es mich nicht mehr loslies.
Da ich allerdings nicht im Zeitdruck war,(Schule war ja noch nicht zuende und danach kam erstmal der Zivildienst) machte ich die ganze Sache noch nicht fest.
Zwischenzeitlich verwarf ich so meinen Auslandsplan wieder, doch nur um ihn bald darauf wieder hervorzuholen.
Je mehr Zeit verging, desto klarer wurde mir: Ich werde nach dem Zivildienst für ein Jahr im Ausland leben! Und das ganze im Rahmen des "travel&works" Programms und vermutlich in Neuseeland.
Die Zeit verging. 2006 war um und für 2007 stand erstmal das Abitur auf dem Plan. Auch das klappte, das Abitur war in der Tasche und auch der Zivildienstplatz war bald darauf gefunden.
Das war so Anfang Sommer 2007.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand von meinen Auslandsplänen!