Montag, 19. Mai 2008

Abheben

Ja, so langsam kann ich mir Gedanken über die Abreise machen. Es dauert nicht mehr lange, dann lebe ich in Neuseeland - 21 Tage um genau zu sein.
Am Wochenende habe ich mir nochmal etwas gegönnt, was ich schon lange einmal machen wollte. Ich bin Hubschrauber geflogen. Und dabei meine ich keinen Rundflug, sondern ich habe den Vogel tatsächlich selbst gesteuert! "Schnupperkurs" nennt sich der ganze Spaß und ist in Egelsbach bei dem Unternehmen "Helitransair" zu haben. Für einen 30 Minuten langen Flug zahlt man auf einem zweisitzigen Helikopter 362 Euro - und die 30 Minuten sind viel zu schnell um. :-)

Am Samstag morgens um 6.00 Uhr ging es von Göttingen aus auf die Reise. Per ICE ganz schnell nach Fulda und dort in die Regionalbahn umsteigen. Dann weiter bis nach Frankfurt am Main. Dort dann schließlich per S-Bahn nach Egelsbach. Um ca. 9.00 Uhr stehe ich dann also vor dem Firmengebäude. Der erste Eindruck ist gleich sehr positiv. Die Mitarbeiter, allesamt sehr freundlich, beantworten mir Fragen während ich mir die Halle mitsamt den Hubschraubern anschaue. Um 10.00 Uhr gehts es dann schließlich los mit einer theoretischen Einweisung in die Welt des Helikopter fliegens. Neben mir nehmen noch ca. 12 andere Teilnehmer an diesem Tag am Schnupperkurs teil. Nach ca. 90 Minuten Theorie geht es dann los mit der Praxis. Nacheinander kommen alle Teilnehmer an die Reihe und dürfen am Steuerknüppel des Helis Platz nehmen. Ich stehe als Letzter auf der Liste. Um ca. 15.00 Uhr komme ich dann schließlich an die Reihe. Nervosität spüre ich nicht, eher Spannung und Vorfreude. Ich bin gespannt den Heli endlich selbst steuern zu dürfen und frage mich wie er reagieren wird.
Dann geht es los. Neben mir sitzt mein Fluglehrer, der uns beiden die nächsten 30 Minuten ständig das Leben retten wird, denn Hubschrauber fliegen ist kompliziert! Ein paar Handgriffe meines Fluglehrers und wir schweben in der Luft. Noch ein Funkspruch, dann geht es über die Flugbahn zu der Grasbahn, die als Trainingsfeld dient. Hier lerne ich die einzelnen Steuereinheiten des Helis kennen. Zuerst darf ich den Heckrotor übernehmen,der Fluglehrer kümmert sich um den Rest. Dann folgt der Pitch und schließlich auch der Stick für die zyklische Blattverstellung. Mittlerweile ist mir schon längst aufgefallen, dass das kompliziert ist - zumindest am Anfang. Nach ein paar Proberunden geht es dann höher. Wir steigen und fliegen entlang von Telegraphenleitungen, um Felder und Waldlichtungen herum und wieder zurück. Ein bisschen habe ich mich mittlerweile schon an das Gerät gewöhnt und ich fliege eine ganze Weile ohne dass mein Fluglehrer eingreifen muss. Doch dann lässt mich mein Fluglehrer den Helikopter in der Schwebe halten und muss auch prompt eingreifen. Erst nach ca. 15 Flugstunden beherrscht man das Manöver - meine ich mich zu erinnern... Mein Fluglehrer ist trotzdem erstaunt und meint ich hätte Talent. Ich sehe das genauso, doch schon sind die 30 Minuten um und wir landen wieder, stellen die Maschine ab und steigen aus. Mittlerweile sind alle anderen Teilnehmer schon lange weg und ich habe Zeit mit den einigen Mitarbeitern zu sprechen und jede Menge Fragen zu stellen. Resultat des ganzen ist: Helikopterpilot ist ein wunderbarer Beruf! Leider braucht man einiges an nötigem Kleingeld um die Ausbildung zu finanzieren. Man kann erstmal so von 100.000 Euro ausgehen. :-(
Abends um ca. 20.00 Uhr geht es dann wieder zurück nach Goslar. Ich habe viel erlebt an diesem Samstag und möchte unbedingt Helikopterpilot werden! Der ganze Eindruck den ich bekommen habe ist genau das, was ich mir als Traumjob vorstelle. Allesamt hochmotivierte Leute die da arbeiten, Abwechslung und Herausforderung gibt es jeden Tag gratis...

Wenn ich in Neuseeland nichts besseres finde und meinen Entschluss ändere, dann werde ich Helikopterpilot!



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