Hallo nach Deutschland, muss wohl mal wieder was schreiben, damit mir die Leserschaft nicht untreu wird ;-)
Also wie einige von euch ja schon wissen bastel ich gerade an meinem Van. Ich baue den kompletten Innenraum zu einem Campermobil um - zumindest habe ich das vor.
Mein Van wurde in früheren Zeiten von einem Mahlerunternehmen genutzt was die vielen Farbspritzer und den leeren Innenraum erklärt. Als ich den Van am Anfang in Auckland gekauft habe, wahren noch alte vermoderte Matratzen und Bettzeug vom Backpacker vor mir drin. Ich habe dann recht schnell alles entsorgt und hatte eigentlich schon seit Anfang an vor den Van zu einem Campingvan umzurüsten.
Man sieht hier in Neuseeland so viele Campingvans ganz unterschiedlicher Preisklassen. Von superteuren all-inclusive Wohnmobilen über günstigere Budget Campingvans bis hin zu den Backpacker Vans, die man hier wohl mit Abstand am häufigsten sieht. Eines haben alle diese Vans gemeinsam: Man reist mit totaler Freiheit und schläft immer dort wo es einem gefällt. Man wird nicht von der Zeit gedrängt bis zum Abend das nächste Hostel zu erreichen.
Was ich schon Anfangs in Kerikeri geplant hatte und in Taupo leider noch nicht umsetzen konnte wird scheinbar nun hier in Queenstown realisiert. Das Problem ist wenn man ein Projekt wie dieses startet dann braucht man auch eine feste Wohnung um all die Materialien zu lagern und auch Platz um sich für die verschiedenen Arbeitsschritte auszubreiten.
Hier im Flat habe ich einen großen Raum nur für mich und habe auch sonst genügend Platz mich mit meinen Materialien auszubreiten. Da ich mich ausserdem auch bei der Arbeit für knapp 3 Monate verpflichtet habe, habe ich genügend Zeit eine solches Projekt auch fertig zu stellen - und auch wieder nicht, denn die meiste Zeit geht wegen meiner Arbeit ja wieder flöten.
Mir bleiben im Groben und Ganze zwei Tagen pro Woche an denen ich was am Auto basteln kann und natürlich die Abende, solange sich nichts anderes ansammelt was erledigt werden muss. Allerdings gibt es immer was zu erledigen und irgendwelche spontanen Aktivitäten, sodass im Endeffekt kaum mehr Zeit zum basteln übrig bleibt!
Zusätzlich dazu besteht das Problem, dass es hier in Neuseeland kaum gute Materialien gibt um Projekte wie dieses zu realisieren. Es gibt hier im knapp neuntausend Einwohner Städchen zwar rund 4 Baumärkte, aber die haben im Grunde alle das gleiche Sortiment, welches evtl. grade mal auf ein Viertel des Umfanges eines deutschen Baumarktes kommt und sich zudem eher auf den Bereich "Hausbau" konzentriert. Hier in Neuseeland werden Häuser ganz übel aus Baumarktmaterialien zusammengezimmert. Was solides gemauertes gibt es hier nicht.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich finde kaum die Materialien die ich für den Umbau gebrauchen kann. Das Sperrholz für die Seiten musste ich über eine Tischlerei aus Übersee anschiffen lassen, bei sämtlichen Schrauben muss ich permanent Kompromisse eingehen und normale Winkel zum Beispiel gibt es gar nicht.
Noch dazu besteht das Problem, dass fast alle Läden hier um spätestens 5.30 Uhr schließen. Da ich meist bis um 5.00 arbeite erschwert das die Materialbeschaffung enorm!
Trotz all dem bin ich schon relativ weit gekommen mit dem Umbau. Allerdings kann ich nur hoffen, dass ich alles bis zum 15. Februar fertig habe, denn dann hauhen wir hier ab und gehen auf Campingtour!
Bilderserie:
Der Inneraum noch ganz am Anfang. Man sieht noch die hässlichen grauen Seitenteile.
Der Innenraum nach Beginn des Umbaus. Die Seitenteile wurden abmontiert, die Heckklappe (nicht im Bild) wurde bereits erneuert. Noch dazu hatte ich dank Silvester und Glasscherben auf der Strasse einen platten Reifen!
Lackierarbeiten in meinem derzeitigen Raum. Als neue Innenraumverkleidung kommt 6mm starkes Marinesperrholz zum Einsatz - überzogen mit einer dreifachen Schicht aus seidenmattem Lack.
Hier das rechte Seitenteil fertig zur Montage. Als Dämmung wird eine sauteure Dämmwolle aus Fibreglas verwendet. Leider das einzige Material was hier in Neuseeland zu bekommen ist.
Für den guten Ton beim reisen werden noch zwei neue Sony XPlod Rearspeaker eingesetzt. Damit hat mein Van nun ein neues Sony mp3 fähiges Radio und insgesamt vier neue Lautsprecher.
Der Inenraum nach fertig montierten Seitenteilen und installierten Lautsprechern.
Der Inneraum fertig gesäubert für den nächsten Arbeitsschritt.
Für bessere Geräuschdämmung wird eine Schaumstofflage als Basis für den neuen Boden zugeschnitten.
Hier wird das erste Sperrholzteil zugeschnitten. Leider bekommt man Sperrholz nicht in größeren Maßen. Daher muss ich eine Naht setzen die man aber später sowieso nicht warnehmen wird.
Aus zwei mach eins: Der Boden meines Vans besteht aus zwei Sperrholzteilen die mit Dübeln zusammengesetzt sind. Dübel bekommt man hier leider nur in einer einzigen Größe...
Hier der Boden fertig gedübelt und verklebt. Nach 24 Stunden Trockenzeit kanns weitergehen...
...mit dem verkleben des Teppichs. Diese ganze Kleberei hat mich ganz schön genervt, was nicht zuletzt auch an dem unverschämt teuren und herzlich schlecht klebenden Kontaktkleber liegt.
Aber auch der Klebstoff musste sich beugen und schließlich landete der komplette Boden im Fahrzeug.
Der Boden wurde dann schließlich mit Schlossschrauben mit dem Van verschraubt, sodass da nichts auch nur ansatzweise verrutschen kann. Alleine die Suche nach geeigneten Schlossschrauben ist hier in Neuseeland eine Odysse...
Jetzt kann man sich natürlich fragen: "Wozu das ganze?". Naja ich werde ein Bett oben drauf bauen und da ist es deutlich einfache einen Holzboden als Grundlage zu haben um das Bett zu befestigen. Ausserdem ist der Van dadurch um ein vielfaches leiser geworden und der nette Teppich verleiht eine gewisse Wohnlichkeit, auch wenn man ihn später kaum noch sehen wird.
Mittlerweile habe ich damit begonnen Teile für das Bett anzufertigen. Dazu werden ich dann demnächst berichten...
Sonntag, 25. Januar 2009
Umbauarbeiten
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