Freitag, 24. Oktober 2008

Blue Duck Lodge

Noch in Taupo beschlossen Jussi (aus Finnland) und ich für eine Woche auf eine Farm in der Mitte des Whanganui Nationalparks zu gehen. Eine Woche auf der Farm war definitiv zu wenig! - für mich jedenfalls. Trotzdem konnten wir sehr viele Dinge erleben, welche ich jetzt mal kurz wiedergeben werde...

Die Farm ist eine Schaffarm welche nebenbei auch noch als Gästelodge betrieben wird und in ein Conservationproject zum Schutze der "Blue Ducks" involviert ist. Ausserdem kümmert sich der Owner auch noch um die Aufbereitung der zahlreichen Wanderwege und "historischen" Gebäude in der Region.

Am erste Tag fing es gleich schonmal mit der ersten Herausforderung an. Wir haben einige Hundert Ratten -und Possumfallen gecheckt. Das sah so aus, dass wir in drei Teams zu je zwei Leuten mit Quads durch die Gegend gebrettert sind und ca. alle 100 Meter bei einer Falle angehalten haben um diese zu checken und ggf. wieder neu zu spannen. Dort kam man dann gerne mal mit 2 Wochen alten, toten, stinkenden Ratten in Berührung - was einen auch nicht um bringt. Das Farmland besteht aus felsigen, steilen Hügeln und kleinen Bergen, welche man wirklich nur per Quadbike befahren kann. Da kommt es dann auch schon mal vor, dass man oben auf einem Hügel auf einen ca. 5 Meter breiten Pfad per Quadbike lang donnert, während auf beiden Seiten der Hügel fast senkrecht 50 Meter abfällt.

Eine weitere Herrausforderung war das sog. "docking". Dabei werden alle Schafe zunächst zusammengetrieben und in einem Paddock zwischenplatziert. Dann werden Lämmer und ausgewachsene Schafe getrennt. Anschließend werden alle Lämmer markiert, bekommen eine Spritze und der Schwanz wird abgeschnitten. Männliche Lämmer werden ausserdem noch kastriert. Dabei kommt man zur Genüge mit dem Kot und Blut dieser lämmerlichen Tiere in Berührung. Eine super Erfahrung, die einen nur stärker macht. Mir hats daher gefallen, dem Finnen eher nicht so...

Ausserdem haben wir auch noch bei der Renovierung eines neuen Wohnhauses mitgeholfen, einen neuen Zaun gebaut und alle möglichen anderen Arbeiten um Haus und Hof erledigt.

Trotz all der Arbeit kam der Spaß sicherlich nicht zu kurz. Erstmal hat man sowieso schon während der Arbeit Spaß und da die Kiwis ja alles sehr gelassen angehen, wird auch nicht grade im Akkord gearbeitet.
Nach der Arbeit sind wir mehrfach auf Ziegenjagd gegangen. Auf der Farm wurde ein neues Baumprojekt gestartet und da die Ziegen die ganzen Sprößlinge fressen, werden diese einfach kurzerhand abgeknallt. Diese Ziegen sind sowieso eher wild und unerwünscht. Auch Hasen werden gerne als Zielscheibe genutzt. Sobald mal ein Reh oder Wildschwein über den Weg läuft, wird auch dieses zum eigenen Verzehr geschossen.
Auch ich kam in den Genuss die Durchschlagkraft des Gewehrs zu testen und schoss einen Hasen und eine Ziege.
Als weitere Aktivität auf der Farm gab es das Tontauben schießen. Insgesamt kam ich fünfmal dazu mit der Schrotflint auf die fliegenden Teller zu schießen. Ich muss hier noch erwähnen, dass ich nach der ersten Runde keine Tontauben mehr verfehlt habe, was den Farmer sehr beeindruckte, der mich kurzerhand als Maschine bezeichnete.
Nebenbei konnte man sich immer eine Wurfaxt greifen und sich damit ein wenig die Zeit vertreiben. Das werfen der Wurfaxt funktioniert deutlich einfacher als das eines Wurfmessers.

Als ein Highlight konnte ich hier auf der Farm das erste mal mein erworbenes Kajak auf einen Fluss testen. Die Rapids hier im Retaruke river waren nicht so besinders schwer, aber dennoch richtig spaßig und so war es mir möglich erst Erfahrungen im "White Water" zu machen.

Alles in allem hat mir der Farmaufenthalt sehr viel Spaß gemacht und ich bin um Erfahrungen reicher. Leider habe ich kaum Fotos von der Farm, ein paar konnte ich allerdings doch machen.

Für alle die noch mehr über die Blue Duck Lodge wissen wollen gibts hier ein kleines Youtube Video: click hier











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